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Zur Wahrung des antifaschistischen
Erbes:
Eintreten für Menschenrechte,
Menschenwürde, für friedliches Zusammenleben aller Menschen
Auseinandersetzung mit jeglichen Formen von Faschismus, Neofaschismus,
Rassismus, Antisemitismus, Ausländerfeindlichkeit und Ausgrenzung
Andersdenkender
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Bund der Antifaschisten
Treptow e.V.
Begegnungsstätte PRO
Kiefholzstraße 275, 12437 Berlin
Fon/Fax (030) 5 32 86 44 / 53 69 63 24
www.bda-treptow.de
Sie können uns auch schreiben:
bda-treptow@web.de
ERINNERN - ist
Lernen, Studieren der Vergangenheit, Nachdenken über gesellschaftspolitische
Zusammenhänge
ERINNERN - ist
Pflege antifaschistischer Kultur und Kunst
ERINNERN - ist
Geschichte wachhalten, Weitergabe an die junge Generation
ERINNERN - ist
wissen wollen, was sich während der Zeit des deutschen Faschismus
ereignete-warum und wie eine Wiederholung zu vermeiden ist
20 Jahre Bund der Antifaschisten
Treptow e.V.
Wie die Zeit vergeht: Jetzt sind es
schon zwei Jahrzehnte unserer Existenz, Jahrzehnte, die es in sich
hatten im Bezirk und darüber hinaus, vor allem im Kampf gegen neonazistische
Umtriebe, hat doch die NPD hier ihr Hauptquartier aufgeschlagen,
marschieren und terrorisieren hier die Neonazis wie vor 20 Jahren.
Das war damals übrigens einer der Hauptgründe für die Bildung unseres
Vereins, der zunächst ANTIFA-Treptow hieß, woraus dann der Bund
der Antifaschisten hervorging. Walter Sack, zu DDR-Zeiten langjähriger
Stadtbezirksbürgermeister, und 40 weitere Persönlichkeiten unterzeichneten
damals den Gründungsaufruf, darunter die Schauspieler Gerry Wolff,
Lotte Loebinger, Christel Bodenstein und Willi Schwabe, die Schriftstellerinnen
Ruth Werner und Gisela Karau, Walter Bartel vom Internationalen
Buchenwald-Komitee, der Historiker Ernst Engelberg, der Graphiker
Oliver Harrington, der Musikwissenschaftler Dieter Zechlin, der
Filmregisseur Günter Reisch u.a. In seinem Gründungsjahr zählte
unser antifaschistischer Verein annähernd 400 Mitglieder. Sie alle
nahmen sich damals vor, das antifaschistische Erbe zu bewahren,
die guten Traditionen weiterzuführen, gegen Neofaschismus, Fremdenhass
und Antisemitismus aufzutreten. Diese Aufgabenstellung ist für die
Mitglieder des Vereins wie gesagt so aktuell wie vor 20 Jahren.
Mit seinen heute 160 Mitgliedern - hinzugekommen sind 2006 die Mitglieder
der Treptower VdN - sind wir noch immer einer der größten gesellschaftlichen
Vereine des Bezirks Treptow-Köpenick. Dem erklärten Ziel des Vereins,
einen lebendigen, unorthodoxen, von Einseitigkeit und parteipolitischer
Instrumentalisierung befreiten Antifaschismus zu pflegen dienten
und dienen alle Anstrengungen und Aktionen: Foren, Diskussionsrunden,
Kundgebungen und Meetings im PRO, in der Kiefholzstraße 275, in
Schulen, Seniorenheimen, Jugendklubs und anderen Einrichtungen.
In den 20 Jahren waren es sage und schreibe 476 Veranstaltungen.
8900 Besucher haben daran teilgenommen. Zu den Höhepunkten zählten
die jährlichen Feiern zum Tag der Befreiung am sowjetischen Ehrenmal
in Treptow und die Matineén zum Gedenktag für die Opfer der NS-Pogromnacht
vom November 1938. Persönlichkeiten von Rang und Namen konnten für
unsere Veranstaltungen gewonnen werden: Altbischof Schönherr, Lothar
de Maizière, Manfred Bofinger, Walter Womacka, Karl Gass, Gregor
Gysi, Schriftsteller wie Herrmann Kant, Elfriede Brüning, Rosemarie
Schuder, Walter Kaufmann, um nur einige zu nennen. Anziehungspunkte
ersten Ranges waren auch die annähernd 42 Ausstellungen, z.B. "Juden
in Treptow", "Deutsche in der Resistance", "Rechtsextremismus und
Antifaschismus vor unserer Haustür", "Jugendliche sehen unsere Umwelt".
Schon in den ersten Jahren seines Bestehens wurden vom Bund der
Antifaschisten Treptow entwickelte Projekte durchgeführt: "Jugend
und antifaschistischer Widerstand in Vergangenheit, Gegenwart und
Zukunft", "Frauen im Widerstand", "Zwangsarbeiter während des II.
Weltkrieges", "Verfolgung und Widerstand in Treptow während der
NS-Zeit", "Treptower Schulen gegen Rechtsextremismus, Gewalt und
Fremdenfeindlichkeit", "Lehr- und Lernmittel über den Nationalsozialismus".
Dafür wurden für 40 Kolleginnen und Kollegen ABM-Stellen eingerichtet.
Leider gibt es diese staatliche Förderung längst nicht mehr. Besonders
enge Beziehungen verbanden und verbinden uns mit den Schulen des
Bezirks, mit Schülern und Lehrern. So hat z. B. unser Mitglied Dr.
Klaus Sternberg in diesen 20 Jahren in Tausenden von Unterrichtsstunden
Geschichte vermittelt, wofür ihm im letzten Jahr das Bundesverdienstkreuz
verliehen wurde. Hohen Stellenwert hatten bei Schülern und Lehrern
die Exkursionen mit ehemaligen Häftlingen zu Gedenkstätten wie beispielsweise
nach Sachsenhausen oder Ravensbrück. Leider fordert hier die Zeit
ihren Tribut. Nicht wenige unserer Kameradinnen und Kameraden sind
dazu leider nicht mehr in der Lage oder bereits verstorben. Den
Verstorbenen ein bleibendes Andenken zu bewahren, ihr antifaschistisches
Vermächtnis zu ehren und zu erfüllen, bleibt eine unserer vorrangigen
Aufgaben für die Zukunft. Kürzlich konnte nach unserem jahrelangen
Drängen endlich eine Gedenktafel für unser vor 10 Jahren verstorbenes
Mitglied Dora Schaul, eine in Frankreich hoch geehrte Resistance-Kämpferin
, enthüllt werden. Für unser ehemaliges Mitglied Ruth Werner indes
verweigert die antikommunistische Mehrheit des offiziellen Treptow-Köpenick
nach wie vor jede öffentliche Ehrung und ist sich in diesem Punkt
mit den Abgeordneten der neonazistischen NPD in der Bezirksverordnetenversammlung
einig. Bei unserem Stolperstein-Projekt allerdings können wir mit
der Unterstützung aus dem Rathaus rechnen. Bislang wurden auf unsere
Initiative im Bezirk zum Gedenken an die NS-Opfer 23 Stolpersteine
verlegt. Gefragt ist auch unsere Mitarbeit, sind unsere Erfahrungen
im Treptower Bündnis für Demokratie und Toleranz, gegen Fremdenfeindlichkeit
und Rassismus, das letztlich auch durch unser beharrliches Drängen
zu einer festen Größe im Bezirk geworden ist, genauso wie die seit
einigen Jahren stattfindenden Feste der Demokratie am Bahnhof Schöneweide,
einem der Schwerpunkte neonazistischer Umtriebe von ganz Berlin.
In den 20 Jahren ist der BdA-Treptow ist zu einem wichtigen und
unverzichtbaren Partner der antifaschistischen Arbeit im Bezirk
und darüber hinaus geworden, ist politische Heimat für seine Mitglieder,
Veranstalter von vielfältigen politischen Diskussionen, Kundgebungen,
Gedenktagen und kultureller Höhepunkte und nach seiner Mitgliederzahl
nach wie vor der größte antifaschistische Verein der Hauptstadt.
Rolf Schiek
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